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...wenn der Storch kommt

Mitten in der Stadt sind eines schönen Sommerabends im vergangenen Jahr 21 Störche auf den Dächern rund um den Koliskoplatz gelandet.

Auf dem langen Weg in den Süden ist der Hollabrunner Wald eine wichtige Landmarke und dient den Zugvögeln für ihre Orientierung.


Text: Mag. Arno Klien, August 2012

Da staunten einige Hollabrunner, als sie verschlafen aus dem Fenster lugten: Das gibt‘s doch nicht – bei uns, mitten in der Stadt!?

Ja, mitten in der Stadt sind eines schönen Sommerabends im vergangenen Jahr 21 Störche auf den Dächern rund um den Koliskoplatz gelandet. Sie kamen aus dem Nordosten. Von der Bevölkerung kaum bemerkt, haben sie es sich auf den hohen Firsten gemütlich gemacht und sich zur Nachtruhe begeben.

Es war zu beobachten, dass sie einen „Kundschafter“ zum Landeplatz vorausgeschickt hatten, der von den Störchen zunächst einige Male um- kreist wurde, ehe sie sich nach und nach niederließen. Am nächsten Morgen hieß es aufwachen, das dauerte eine gute Stunde, und um etwa 7:30 Uhr war die Storchengruppe fertig zum Abflug.

Auch hier schraubte sich zunächst der Anführer in die Lüfte hinauf. Mit den morgendlichen Wärmestrahlen hatten die Störche genügend Thermik, um sich energiesparend von ihren Schlafplätzen aus einer nach dem anderen in die Lüfte zu erheben und auch geschickt den aus Westen kommenden, auf die Hausdächer strömenden Hangaufwind für den Start zu nützen.

Einer dieser Weißstörche war sogar beringt. Vermutlich sind sie aus Polen und dem östlichen Deutschland gekommen und auf dem Durchzug in ihre Winterquartiere in Südafrika gewesen. Dabei bewegen sie sich auf der östlichen Flugroute über den Balkan und den Bosporus, weiter durch den Nahen Osten und über das Niltal, überfliegen den afrikanischen Kontinent, bis sie Südafrika erreichen, um dort zu überwintern.

Störche legen bis zu 500 Kilometer täglich zurück und fliegen mit einem Durchschnittstempo von 50 Kilometern in der Stunde. Sie können durchaus Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometer in der Stunde erreichen.

Auf dem langen Weg in den Süden ist der Hollabrunner Wald eine wichtige Landmarke und dient den Zugvögeln für ihre Orientierung.