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Eine Schlange! Keine Bange!

In den letzten Jahren mehren sich in der Umgebung von Hollabrunn Beobachtungen von Schlangen. Oft handelt es sich dabei um die harmlose Schlingoder Glattnatter (Coronella austriaca). Sie kann leicht mit der Kreuzotter (Vipera berus) verwechselt werden, die es aber bei uns im Weinviertel nicht gibt.

Typisch für die Schling- oder Glattnatter sind der schlanke Körperbau mit dünn auslaufendem Schwanz, Augen mit runden Pupillen, ein – wie bei allen Schlangen – etwas abgesetzter länglicher Kopf und ein vom Nasenschild über die Augen verlaufender ca. 1 bis 3 cm langer dunkler, brauner Streifen, der wie ein „Bart“ aussieht. An der Kopfoberseite ist meist ein dunkles verkehrtes V erkennbar, das „Krönchen“; besonders die beiden oberen Bilder (links) sind typisch für unsere Gegend.

Der Rumpf ist mit vielen Rhomben oder dunkleren Würfeln zeilenförmig übersät, was sie eben bei flüchtiger Betrachtung der Kreuzotter ähnlich aussehen lässt; das Zick-Zack-Band fehlt aber in jedem Fall. Oft ist der schlanke Körper längs gestreift, die Schuppen sind glatt und nicht gekielt. – Die Weibchen sind eher kürzer und grau, bei den Männchen überwiegt die Braunfärbung, sie können etwa 80 cm erreichen. Bei Gefahr ziehen sie den Kopf etwas ein, sie schnappen nur, wenn sie sich bedroht fühlen; der rasche Biss ist aber harmlos. Am besten aber die Schlange nicht ergreifen; wenn, dann mit Handschuhen und zwecks Beobachtung in einen Kübel geben.

Jetzt im Juni haben sie sich bereits einmal gehäutet, haben schon einmal gefressen, die Paarung ist erfolgt, und im August kommen zwei bis zwölf Junge lebend zur Welt. Jungtiere sind gut durchgezeichnet und weisen eine ziegelrote Bauchunterseite auf.

Die Schlingnatter lebt gerne am Waldrand, an grasigen, offenen Stellen, Steinhaufen, Totholz etc. Sie scheut nicht die Nähe des Menschen, und sie ist standorttreu. Die Ringelnatter (Natrix natrix) erfreut sich bei uns eines höheren Bekanntheitsgrades und hält sich gerne in der Nähe von Feuchtbiotopen auf. Mit ihren hellen bis gelben Kopfschilden links und rechts ist sie leicht erkennbar, sie kann eine stattliche Größe von bis zu 120 cm erreichen. Die auch als Wappentier der Ärzte bekannte Äskulapnatter (Zamenis longissimus) ist bei uns dagegen vollkommen selten, sie ist olivgrün bis dunkel, hat einen relativ kleinen Kopf mit helleren seitlich angeordneten kleinen Schilden und kann sehr gut klettern.

Jedenfalls haben alle diese friedlichen Reptilien zahlreiche Feinde aus der Tierwelt, da sollte sich nicht auch noch der Mensch dazu gesellen. Zusätzliche Gefahr droht den heimischen Schlangen ohnehin von Auto- und Radfahrern, denn allzu leicht werden sie einfach übersehen, wenn sie auf wärmendem Asphalt oder auf sonnigen Waldwegen dösen. Auch morgendliches Rasenmähen kann für die kältestarren Tiere tödlich sein.

Typische Kopfformen von Schlingnattern


Gute Informationen gibt es auf www.herpetofauna.at sowie www.reptilienbrauchen- freunde.de und www.waldschutz.at.

Beobachtungen (Datum, Uhrzeit, Wetterverhältnisse, Größe/Länge, Farbe, Kopf- und Schwanzform, Position, lebend oder tot), idealerweise mit Foto, bitte melden an: Mag. Arno Klien, Gilleisstraße 54, 2020 Hollabrunn, Tel. 0664 220 45 95, E-Mail arno.klien@telemark-austria.at.

Die Sichtungen speziell von Schlingnattern dienen auch zur Erfassung und Untersuchung dieser seltenen, geschützten Tierart im Rahmen eines Forschungsprojektes mit dem Naturhistorischen Museum.